GO KENKI (1886 - 1940)




Go Kenki

GO KENKI, auch bekannt als WU XIAN GUI (WU XIAN HUI), WOO YIN GUE1 oder YOSHIKAWA (YOCHIKAWA), wurde 1886 geboren. Er war ein chinesischer Teekaufmann, der 1912 von Fujian nach Naha (Okinawa) zog2.

Er wurde als Meister des Quanfa-Stils Hakutsuru ken (weißer Kranich, chinesisch Baihequan) bekannt. Der Lehrer von Go Kenki könnte ein Schuhmacher aus Changle in der Provinz Fujian namens XIE CHONGXIANG (oder auch ZHONG XIANG / jap. Ryu Ryuko) gewesen sein3. Dieser hatte eine Schule, wo er (geboren 1852 oder 54) das Singender-Kranich-Boxen lehrte. Dass Xie der Lehrer von Go Kenki sein könnte, liegt an den Kata, die Go Kenki lehrte und die denen von Xie ähnlich waren3.

Seinen Lehrer und Freund Uechi bezeichnete er als wahrhaft großen Karatemeister.

Ursprünglich stammte er aus Fujian (China) und lebte ab 1912 auf Okinawa in Naha, wo er auch die Kampfkünste unterrichtete. Go Kenki lehrte einigen Schülern das Hakutsuru ken (Kranich-Faust). Er verlangte jedoch kein Geld, sondern dass die Schüler die Klasse mit Eiern versorgen, da jeder Schüler während des Unterrichts vier bis fünf rohe Eier essen musste.

Er brachte aus China 1912 eine Kopie der Geheimschrift Bubishi nach Okinawa mit und lehrte hier Varianten der Kata Nepai (Nipaipo)4, Paipuren (Happoren), Hakucho5 und Hakufa (Hakutsuru). Doch hauptsächlich unterrichtete er die Kata Hakutsuru no te (weiße Kranichhand) und die Kata Sanchin. Er könnte auch einer der Überlieferer der Kata Wanshu sein6.
Ein weiterer wichtiger Aspekt seines Trainings war die Körperabhärtung. Sein Stil wurde Kingai-Ryu genannt
1.

Go Kenki reiste als Teehändler mehrfach von China nach Okinawa, bis er 1912 in Naha ein Teegeschäft eröffnete. Er fand auch seinen Freund und Lehrer Uechi Kanbun wieder, der nach einem Vorfall in China nicht mehr Kampfkünste unterrichtete und unerkannt in Izumi lebte. Zu dieser Zeit lehrte Go Kenki die chinesischen Kampfkünste, wie er sie gelernt hatte und machte keinen Hehl aus seiner Meinung, dass die chinesischen Methoden den okinawanischen überlegen wären. So nahm er mehrere Herausforderungen zu Kämpfen mit Karatemeistern an, die er alle gewann. Bald klopften immer mehr an seine Tür, um bei ihm zu lernen.

Später brachte er seinen ehemaligen Lehrer Uechi dazu, wieder seine Fähigkeiten vorzuführen und auch zu unterrichten.

Er war ein Freund der Meisterer UECHI KANBUN und MIYAGI CHOJUN, mit dem er im Mai 1915 nach China reiste, um den Lehrer von HIGAONNA KANRYO zu treffen. Durch Go Kenki wurde Miyagi 1936 auch dem bekannten Meister des Affenfaust Quanfa (Luohan Quan), Miao Xing (1881-1939), in Shanghai vorgestellt
2.

Go Kenki beeinflußte mehrere okinawanische Karatestile (u.a. Goju-ryu, Toon-ryu, Shito-ryu) sowie das Kobudo des MATAYOSHI SHINPO. Weitere Schüler von ihm waren : MIYAGI CHOJUN, MABUNI KENWA, KYODA JUHATSU; MATAYOSHI SHINPO, UECHI KANBUN.

 

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Quellen :
Lind, Werner - Das Lexikon der Kampfkünste ;
McCarthy, Patrick - Bubishi ;
Cook, Harry - Shotokan Karate ;
1) Goble, Ed - From Shaolin to Okinawa Te... ;
2) Dr. De Spa, Harry - Goju-ryu Karate-Do History ;
3) Camara, Fernando P. - Fujian White Crane Fist : An Outline of Historical Elements in the Development of Nafadi ;
4) Swift, Joe -
Unraveling The Mysteries Of The Nafadi Tradition: Its Kata ;
5) Diese Aussage bezieht sich auf SOKEN HOHAN, der in einem Interview mit Ernest Estrada angibt, er glaube Go Kenki sei die Quelle der Hakucho. (Goble, Ed - The history of Matsumura) ;
6) Swift, Joe -
Roots Of Shotokan: Funakoshi's Original 15 Kata / Part 3 - Seisan, Wanshu, Chinto, Jitte & Jion Kata ;