KANESHIMA SHINSUKE



KANESHIMA war ein okinawanischer Karatemeister, der das Tozan ryu gründete (nicht das Tozan ryu von KANESHIRO).
Er lernte die Kampfkünste bei TOKUYAMA, SHIROMA SHIMPAN, MOTOBU CHOYU und MOTOBU CHOKI.
Kaneshima, der ein bescheidener und würdevoller Mann gewesen sein soll, bezeichnet sich als Gründer des Tozan ryu. Er selber war ein traditioneller Lehrer und sah das Karate als lebenslange Wegübung an. Er lernte als er jung war bei einem Meister namens Toyama (oder auch Tokuyama), nach dessen Name er seinen Stil benannte. Dazu nutzte er die chinesische Aussprache für das Schriftzeichen für Berg Zan (To Zan), anstatt die japanische Yama (To Yama). In mündlichen Überlieferungen erscheint Toyama sehr mysteriös und gilt als eigentlicher Begründer des Tozan ryu. Er soll auch die Bo-Kata Toyama no kann überliefert haben, die noch heute geübt wird.
Bei SHIROMA SHINPAN lernte Kaneshima später die Sanchin, bei Motobu Choki die Naihanchi und das freie Kämpfen, bei MOTOBU CHOYU lernte er einige Techniken aus dem okinawanischen Te. 
Sein Dojo erreichtete Kaneshima aus Holz hinter seinem Haus. Dort unterrichtete er etwa 10 Schüler, die er vorher sorgfältig ausgesucht hatte. Sein bester Schüler KINJO KYUYU führte die Gruppe. Nach der Hälfte des Trainings machte Kaneshima immer eine Pause, in der er seinen Schülern erlaubte zu rauschen und Tee zu trinken.
Kaneshima: "Die Kamae ist formlos und die Abwehr ist formlos. Man muß sich immer im Zustand der Bereitschaft befinden und sich aus jeder Position, gleich was man gerade tut, verteidigen können. In einem echten Kampf ein Kamae einzunehmen, bedeutet die sichere Niederlage. Die angewendeten Techniken müssen spontan und natürlich sein und nicht vorher überlegt. Man darf nicht unter dynamischer Spannung und Zwang atmen, so wie manche die Sanchin ausführen. Man muß auf natürliche Weise aus dem Tanden atmen, ob man schläft, geht oder redet. Dies ist sehr schwierig zu erreichen, da man zuerst den Karate Körperbau entwickeln und dann aufhören muß, mit der Brust zu atmen."
Wichtig in seinem Stil ist das Meditieren. Dazu sagte er: "In meinen jüngeren Tagen gab es niemals ein Gespräch über Zen - man lernte korrekt zu atmen und zu meditieren, ohne das Wort Zen jemals zu erwähnen. Karate funktioniert auf denselben metaphysischen Prinzipien. Wenn man in den Zustand des Mushin (leerer Geist) eintreten kann, kann man in der Technik auch Zen betreiben. Heutzutage gibt es viel zuviel philosophisches Gerede."

weitere Informationen über Kaneshima von WERNER LIND - Okinawa Karate, Sportverlag, MARC BISHOP - Okinawan Karate, ABC Black



Das Buch "Die Meister des Karate und Kobudo" zu diesen Biographien gibt's hier


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