KASE TAIJI (1929-2004)




KASE TAIJI

KASE TAIJI wurde am 9. Februar 1929 geboren. Schon mit 6 Jahren begann er mit dem Judo, in dem er 1944 den 2. Dan verliehen bekam. Im selben Jahr im Februar begann das Karate-Training im ursprünglichen Shotokan-Dojo unter Leitung von FUNAKOSHI GICHIN und FUNAKOSHI YOSHITAKA. Er war durch das Buch „Karate-Do Kyohan“ von Funakoshi auf Karate gestoßen, eine Kampfkunst, die ihm vollkommen unbekannt war.
Eine Weile übte er beide Kampfkünste parallel, gab jedoch das Judo kurz vor seiner Prüfung zum 3. Dan zugunsten von Karate auf. Er übte auch gelegentlich Aikido bei den Meistern UESHIBA MORIHEI und INOUE NORIAKI (Aikidolehrer von EGAMI SHIGERU).

Mit 16 Jahren meldete er sich im März 1945 zum Militär, um Kamikaze-Pilot zu werden. Kurz bevor er zum Einsatz kam, war der Krieg jedoch zu Ende.

Später studierte und promovierte (1951) er an der Sanshu-Universität, wo er von HIRONISHI GENSHIN im Karate unterrichtet wurde. 1946 erhielt er den 1. und 1949 den 3.Dan im Karate. 

In den Jahren 1964 und 1965 war er Leiter des JKA-Instructorenkurses. Er hatte sich der JKA angeschlossen, um sich beruflich der Verbreitung des Karate widmen zu können. 
In diesen Jahren finden die ersten Auslandsaufenthalte von Kase statt, immer mit dem Ziel, Karate zu verbreiten, u.a.1964 in Südafrika.
Ab 1966 unterrichtete er in verschiedenen europäischen Ländern, blieb letztendlich in Frankreich, von wo aus er heute noch in die verschiedensten Länder reist, um dort Karate zu lehren. Dort musste er regelmäßig Vergleichskämpfe austragen, bei denen er auch gegen die französischen Karateka bestehen muss. Und er besteht immer.

Ab ca. 1986 fängt er an, eigene Wege zu gehen. Für ihn wird die Geschichte des Karate in drei Phasen eingeteilt : die Okinawa-Phase, die japanische Phase und die Yoshitaka-Phase. Er persönlich versucht, das Karate von Funakoshi Yoshitaka wieder zu beleben.
Zu diesem Zweck gründete er 1986 zusammen mit SHIRAI HIROSHI einen eigenen Verband, die World Karate Shotokan Academy (WKSA) in dem er ein traditionelles Karate-Do in Anlehnung an das Karate von Funakoshi Yoshitaka lehrt. 

Sein Trainingsschwerpunkt lag in der Übung der Kata, die er gern spiegelverkehrt und rückwärts laufen lässt. 

Am 31. Mai 1999 bekam er einen Herzinfarkt und musste reanimiert werden. Davon erholte er sich nie richtig. Trotz der Warnung seiner Ärzte gab er das Karate nicht auf, sondern unterrichtete weiter, getreu seiner Lehrer Funakoshi Yoshitaka und Egami Shigeru.
Bis zu seinem Tod am 24.11.2004 unterrichtete er in ganz Europa Karate und widmete einen Großteil seines Lebens der Lehre.


Bücher von Taiji Kase : 18 Kata Superieurs 

 

Das Buch "Die Meister des Karate und Kobudo" zu diesen Biographien gibt's hier



Quellen:
Rincón, Martín Fernándes (2000): Taiji Kase – Auf der Spur eines Meisters (http://www.shotokanryukaseha.com/english-site/default.htm)