MOTOBU CHOKI (1871-1944)



Motobu Choki

Motobu Choki wurde im Februar 1871 in Shuri, Okinawa als dritter Sohn in einer Samurai-Familie geboren. Er ist auch bekannt unter Hombu oder Motobu Saru. Durch die Tradition, nur dem ersten Sohn eine besondere Ausbildung zukommen zu lassen, durfte Motobu Choki den Familienstil (Goten-te oder Motobu-ryu) zu Beginn nicht lernen. Also musste er sich selbst einen Lehrer suchen.

Anfangs versuchte er, sich selbst zu unterrichten und wurde bekannt dafür, dass er seine Techniken im Vergnügungsviertel ausprobierte. Er versuchte, durch das Beobachten des Trainings des Erstgeborenen, MOTOBU CHOYU, den Stil zu erlernen. Er arbeitete viel mit dem Makiwara und stärkte seinen Körper durch das Heben schwerer Steine.
Wegen seiner rauhen Art fiel es im schwer, einen Lehrer zu finden, bis es ihm gelang, MATSUMORA KOSAKU zu überzeugen, ihn zu unterrichten.
Von MATSUMORA lernte er die Passai und die Naihanchi. Als er ihn bittet, ihn im Kumite zu unterrichten, lehnt Matsumora aus Angst er könnte das Wissen missbrauchen ab. Also beobachtet Motobu seinen Lehrer durch ein Loch in der Rückwand des Dojos beim Training.
Später lernt er auch bei ITOSU, MATSUMURA, YARA und TOKUMINE.

Ab 1921 bestreitet er in Japan einige aufsehenerregende Kämpfe, wodurch er sehr bekannt wird. Er lernt FUNAKOSHI kennen, aber beide leben in ewiger Feindschaft miteinander. Motobu bezeichnet die Art, wie das okinawanische Karate in Japan unterrichtet wurde als schwach. Für ihn heißt es Karate zu verbreiten, mit Meistern zu kämpfen, was er auch immer schafft. Er verliert nur zwei Kämpfe, einen gegen ITARASHIKI und einen Kampf gegen YABU KENTSU.

Die Auffassung, Karate als Gesundheitssport zu verbreiten lehnt er strikt ab. Für ihn ist diese Art der Verbreitung ein Bruch mit der okinawanischen Tradition.

So lebt er in ständigem Hass auf die Japaner, die er verachtet. Trotzdem hinterlässt er auch in Japan seine Spuren. Er ist Ausgangspunkt einiger kampfbezogener Stile. Nachdem sich Funakoshi mit seinem Karate durchsetzt, kehrt Motobu nach Okinawa zurück.

Er nennt seinen Stil Motobu-ryu Kempo-Karate, doch dieser Stil enthält nur sehr wenige Techniken aus der Familientradition. Seine Spezialität ist Ippon-Ken, mit dem er eine extrem hohe Durchschlagskraft erreicht. Er wird auch "der Affe" genannt, weil er zu sehr schnellen Ausweichbewegungen in der Lage war. Außerdem konnte er wie ein Affe Bäume hoch und runterklettern.

Bezeichnend für den Stil ist der Nahkampf. Er wird ausgehend von der Naihanchi gelehrt. Dabei wird ständig der Körperkontakt gesucht.

Am 2. September 1944 stirbt Motobu Choki.

Schüler (deren Stile) von Motobu : KANESHIMA SHINEI (Isshimine-ryu), KANESHIMA SHINSUKE (Tozan-ryu), KONISHI YASUHIRO (Kempokan-ryu), MITOSE MASAYOSHI (Kosho-Shorei-ryu), NAGAMINE SHOSHIN (Matsubayashi-ryu), MAKAMURA SHIGERU (Okinawa-Kempo-Karate), OTSUKA HIRONORI (Wado-ryu), SHIMABUKURO TATSUO (Isshin-ryu), UESHIMA SAN'OSUKE (Kushin-ryu),  TATSUO YAMADA, NAKAMA CHOZO.

Das Buch "Die Meister des Karate und Kobudo" zu diesen Biographien gibt's hier



Copyright by Kusunoki 2002-05
http://www.kusunoki.de
 

 
 letzte Änderung : 4. Februar 2003