CHOU TSU-HO / SHUSHIWA / SHUJIWA / ZHOU ZI-HE / SOSEI / SHUSHABU 周子和 (1874-1926)




CHOU TSU HO

Der 1874 als Sohn einer reichen Familie in Nanyu (Nanko-chin Shibata) in der Provinz Fuzhou, Provinz Fujian - China geborene CHOU TSU-HO (jap. SHUSHIWA, 周子和), war der Lehrer des Stilbegründers des Uechi-ryu, UECHI KANBUN (chin. SHANGDI WANWENG, 上地完文), von PU PU, JIN SHI TIAN, WANG DI DI, ZHOU ZHEN KUN. Aber er war auch ein Meister der Kalligraphie und der Malerei.

Chou Tsu-Ho studierte zuerst das Shaolin der südlichen Schulen (Nanquan) und später lernte er den "Stil des Tigers" (Huquan), den "Stil des Drachen" (Longquan) und den "Stil des Kranichs" (Hequan). Er übte auch die Techniken der eisernen Hand (Tid shao jarn), die auch heute noch im Uechi ryu zu finden ist. Seine Lehrer sollen LI ZHAO BEI und KE XI DI gewesen sein.

Noch heute sind im Uechi-ryu diese Ursprünge erkennbar, da Meister Uechi Kanbun seinen Stil Uechi ryu auf Grundlage dessen was er bei Chou Tsu-Ho gelernt hatte gründete. Uechi Kanbun war auch der bekannteste Schüler von Chou Tsu-Ho. Er ist heute nur so bekannt, weil der Begründer des Uechi-ryu sein Schüler war.
Uechi Kanei kam wahrscheinlich im Jahr 1897, im Alter von 20 Jahren nach China. Uechi blieb etwa 13 Jahre Schüler von Chou Tsu-Ho. Nach seiner Rückkehr nach Okinawa gründete er einen Stil namens Pangai-Noon (dt.: halb hart, halb weich) auf Grundlage dessen, was er bei Chou Tsu-Ho gelernt hatte. Später wurde dieser Stil in Uechi ryu umbenannt. Uechi soll von ihm die Kata Sanchin, Seisan und Sanseiryu gelernt haben.

Einige Geschichtsforscher vermuten, Chou Tsu-Ho sei auch Lehrer von GOKENKI (呉賢貴) gewesen.

Ein weiterer Schüler von Chou Tsu-Ho war YE SHAOTAO. Dieser hatte das Weidender-Kranich-Kungfu gelernt. Um sein Wissen zu erweitern und das Angreifen von Vitalpunkten zu erlernen, ging Ye Shaotao bei ihm in die Lehre.

Chou Tsu-Ho soll auch in Verbindung mit den chinesischen Geheimgesellschaften (Huidang) gestanden haben, die das Ziel hatten, die Ming-Dynastie wieder an die Macht zu bringen. Sein Geld verdiente er mit der Herstellung von Kräutermedizin. Er soll auch identisch mit dem Priester SOSEI aus einem Tempel bei Nansei sein. Seine Kampfkunstfertigkeiten erlernte er bei JIZEN, der ein sehr berühmter Meister der Kampfkünste war.
Da er aufgrund seiner Kontakte zu den Huidang gesucht wurde, lebte er unter dem Decknamen Chou Tsu-Ho als Meister der Kräutermedizin. Der Tempel bei Nansei, in dem er eigentlich Priester war, diente schon seit 1768 als Unterkunft der Geheimbünde.

Chou Tsu-Ho wird auch als "ewige Größe" und "Daoist vom Berge Xue" von den Chinesen bezeichnet. Er war bekannt für seine enorme Kraft und seine Eisen-Faust. Chou Tsu-Ho soll in der Lage gewesen sein, das Gewicht zweier Menschen mit den Fingerspitzen am ausgestreckten Arm tragen und zentnerschwere Gegenstände meterweit werfen zu können.
Doch er soll nicht nur ein exzellenter Kampfkünstler, sondern auch ein begnadeter Poet, Kalligraph und Maler gewesen sein und war zum Beispiel für seine Bilder von Tigern bekannt.

1926 starb er an einer schweren Krankheit im Alter von nur 52 Jahren. Trotzdem ist noch heute sein Ansehen bei Quanfa-Meistern in Taiwan sehr groß.
 

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Quellen:
LIND WERNER - Das Lexikon der Kampfkünste, Eigenverlag Budo Studien Kreis, 2005
McCarthy, Pat - Bubishi, Tuttle Publishing, 1995
http://personales.ciudad.com.ar/zieglerd/Shushiwa.html
http://www.wonder-okinawa.jp/023/eng/009/001/
http://www.alandollar.com/uechi/uechi_history.htm



 

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letzte Änderung am 23. Juli 2005