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Shotokan - Kempo - Karate - Dojo "Kusunoki" e.V.
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Guestbook

Budomärchen - Das tapfere Schneiderlein


Es war einmal ein junges Schneiderlein, das auszog um Karate zu erlernen. Und so begab es sich auf Wanderschaft und fand ein Dojo in dem Wado-Ryu trainiert wurde. Das junge Schneiderlein fand sofort gefallen und trainierte fleissig. “Du mußt Mitglied in der DKU werden”, sagte der starke Trainer, “damit du an Prüfungen und Wettkämpfen teilnehmen kannst." Und brav und gehorsam wie das Schneiderlein war, erwarb es von nun an jährlich Jahressichtmarken bei der DKU. Das Schneiderlein trainierte fleissig, machte Prüfungen bis zum 2.Kyu, und zog in die Bezirksliga um Braun- und Schwarzgurten das fürchten zu lehren.
Nach einigen Jahren verlangte das Vaterland Tribut vom Schneiderlein: es solle ihm dienen. Und das Schneiderlein begab sich weit weg in eine unbekannte Stadt. Doch tapfer wie das Schneiderlein nun einmal war, suchte es dort eine Möglichkeit zu trainieren und fand ein Shotokan Dojo in dem es herzlich willkommmen wurde. Als es nach vielen beschwerlichen Monaten wieder heimkehrte, fand es ganz in der Nähe seines alten Dorfes ein Dojo in dem auch Shotokan geübt wurde. “Du mußt Mitglied im DKV werden”. sagte der kleine Meister in schwer verständlichem Dialekt. Und brav und gehorsam wie das Schneiderlein war, erwarb es von nun an jährlich Jahressichtmarken vom DKV. Als ihn die anderen Gesellen fragten, wann das Schneiderlein wieder Prüfung machen wolle, denn es sei ja fortgeschritten, sagte der Meister “mmhh, du bist zwar gut, hast aber deine letzte Prüfung im Wado-Ryu gemacht und außerdem bist du jetzt im DKV , da ist es besser wenn du deine letzte Prüfung zum 2.Kyu nochmal wiederholst”. Und brav und gehorsam wie das Schneiderlein immer noch war, wiederholte es die Prüfung und machte zwei Jahre später die Prüfung zum 1.Kyu.
Dann trat das Schneiderlein eine weite und lange Reise über den großen Teich an. Da es auch dort üben wollte, suchte es ein Dojo in in der nahen Stadt. Da Shotokan und Wado-Ryu dort nicht so verbreitet sind, trainierte es Kenpo-Karate . Als es nach einem Jahr und an Erfahrung reicher, zurück kam, sprach der kleine Meister in Dialekt zu ihm: “Du musst Mietglied bei der JKA werden”. Und brav und gehorsam wie das Schneiderlein war, erwarb es von nun an jährlich Jahressichtmarken von der JKA. Als wiederum die anderen Gesellen fragten, wann das Schneiderlein Dan-Prüfung machen wolle, denn es sei ja fortgeschritten, sagte der Meister “mmhh, du bist zwar gut, hast aber deine letzte Prüfung aber nach DKV Prüfungsordnung gemacht, da ist es vielleicht besser wenn du deine letzte Prüfung zum 1.Kyu nochmal wiederholst und fleißig auf JKA Lehrgänge gehst und oft OSS sagst, bevor du Dan-Prüfung machst.”
Dann trat das Schneiderlein die nächste Reise über den großen Teich an. Als der Trainer in dem anderen Dojo fragte, warum es nach der langen Zeit noch keine Dan-Prüfung gemacht habe, erzählte das Schneiderlein seine Geschichte, worauf der Trainer fragte ob das ein Märchen sei. Aber leider schilderte das Schneiderlein die traurige Wahrheit. Und jetzt war das Schneiderlein nicht mehr brav und gehorsam auch kein immer “OSS”-Sager. Und wie jedes gute Märchen, hat auch dieses ein happy end. Der Trainer dachte immer, es komme doch nur auf die eigene Persönlichkeit und Fähigkeiten an, und nicht auf Prüfungsordnung und Verband. Nach einem weiteren Jahr prüfte er das Schneiderlein auf Herz und Nieren und verlieh ihm einen schwarzen Gürtel.
Und die Moral von der Geschichte:
(1) Hätte das Schneiderlein immer zu allem OSS gesagt und nur die Mindestdauer zwischen zwei Prüfungen gewartet, wäre es engstirniger gewesen und nicht so kritisch gewesen, hätte es nach schon nach wenigen Jahren einen schwarzen Gürtel bekommen und würde jetzt auf Lehrgängen brav und gehorsam sein, und immer OSS sagen.
(2) Jedes Mal, wenn das Schneiderlein eine Diskusion um DKV, JKA und traditionelles Karate, was immer das sein möge, hört, kommt es um ein verzweifeltes Schmunzeln nicht herum.
(3) Wenn das Schneiderlein gefragt wird, ob denn die JKA seine Graduierung anerkennt, muss das Schneiderlein mit den Schultern zucken, weil es das nicht weiß und auch gar nicht daran interessiert ist. Dann kommt in dem Schneiderlein der Gedanke auf: vielleicht wird in einigen Jahren wieder ein neuer Verband gegründet und ich könnte .......

Und wenn es nicht ausgewandert ist, das tapfere Schneiderlein, wird es sich auch in den nächsten Jahren noch prächtig an DKV und JKA erfreuen.
 

Hinweis : Ich habe dieses "Märchen" vor langer Zeit im Internet gefunden. Ich weiß leider nicht, von wem es ist und ob derjenige einer Veröffentlichung auf dieser Seite zustimmt. Bitte in gegenteiligen Fall um Kontakt.